10.09.2017

Lieber, kleiner Kater Heinrich, adieu, leb wohl!

Wir hatten für die Besitzerin von Kater Heinrich eine Pflegestelle gefunden, wo er liebevoll betreut wurde. Es war nur für 8 Tage, bis Ende August. Während dieser Zeit war Heinrich, wie bereits schon mehrere Wochen zuvor, wieder sehr krank geworden, so dass die katzenerfahrene Dame, die Heinrich gepflegt hatte, mehrmals ihren Tierarzt aufsuchen musste. Der Arzt hat alles getan, um Heinrich zu helfen, Blutbild und weitere Diagnostik, Infusionen und Antibiotika.


Am folgenden Tag, nachdem die Besitzerin wieder Zuhause war und ihren Heinrich wieder bei sich hatte, rief mich der Tierarzt auf deren Wunsch an. Er hat lange mit mir gesprochen.  Aufgrund der Befunde gab es keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei nicht um einen Verdacht auf FIV handelte, wie die Besitzerin fälschlicherweise vermutet hatte, sondern um FIP. Die Krankheit war schon seit längerem ausgebrochen und zeigte sich nun in all ihrer Hässlichkeit und Grausamkeit und war bereits dabei, den kleinen Körper dieses lieben, noch so jungen Tieres irreversibel zu schädigen und zu zerstören.

Nach dem Gespräch mit dem Tierarzt habe ich der Besitzerin mitgeteilt, dass der kleine Heinrich eingeschläfert werden müsste, damit er nicht länger leiden muss. Er war bereits extrem anämisch, konnte kaum noch stehen, weder trinken noch fressen, das ZNS war offensichtlich aufgrund seines Verhaltens auch schon betroffen.

Ich habe mehrere Katzen, die ich vor vielen Jahren in schlechtem gesundheitlichen Zustand aus einem Tierheim aufgenommen hatte, an FIP verloren. Das waren die seröse, wie auch die schwerer erkennbare trockene Form. Wenn diese Krankheit ausgebrochen ist, so ist das ein Todesurteil, denn bis heute gibt es immer noch keine Heilung!  


Am selbigen Abend wurde der kleine Heinrich eingeschläfert. Ich hatte ihn nie gesehen und doch habe auch ich um diesen kleinen Kater geweint, der nur lieb war und so eine innige Beziehung zu seiner Besitzerin hatte. Die Besitzerin hatte mich mehrmals angerufen und mir viel über Heinrich erzählt. Sie hat mir erzählt, wie sie sich immer mit Heinrich „unterhalten“ hatte, wie sie zu ihm sprach, wie er ihr zuhörte und sie verstand. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, hat sie ihm immer wieder verschiedene, kleine Häppchen angeboten, weil er nicht mehr fressen wollte. Sie hatte zuvor noch nie eine Katze gehabt.

Als der Besitzerin klar wurde, dass es nichts mehr gab, womit sie ihrem Heinrich hätte helfen können, wiederholte sie immer wieder am Telefon: „Es tut so weh, ich hätte nie gedacht, dass es so weh tut.“

Beate Busse

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