Wir haben vor einigen Wochen zwei Hunde aus Spanien aufgenommen, einen geistig behinderten Hund und einen körperlich behinderten Hund. In meinen Bemühungen ein Zuhause für weitere Hunde aus dem Ausland zu finden, habe ich feststellen müssen, dass für viele Menschen Tierschutz an den eigenen Grenzen aufhört. Darum habe ich mir die Geschichte über Miro ausgedacht.

Miro, ein Auslandshund

von Beate Busse

Miro war ein Welpe. Er saß in einem kleinen, dunklen Zwinger.
Das war in Spanien oder war es Griechenland?
War es in Ungarn oder Polen?
Miro war ein Auslandshund.
Es war so furchtbar heiß, das Wasser längst verdunstet,
oder war es bitter kalt und das Wasser zugefroren?
Miro war ein Auslandshund.

Miro dachte an seine Mutter.
Sie war so dünn und krank und doch so lieb.
Da war ein Mann, der hat sie oft geschlagen.
Er brüllte sie an in einer fremden Sprache.
Miro war ein Auslandshund.

Miro war ein reinrassiger Hund.
Er war ein Beagle oder war er ein Collie?
War er ein Schäferhund oder ein Podenco?
Miro war ein Auslandshund.

Manchmal kamen Leute und kauften eines seiner Geschwisterchen.
Dafür bekam der böse Mann Geld.
Eines Tages war nur noch Miro übrig,
denn niemand wollte ihn haben.
Miro war ein Auslandshund.

So packte der Mann ihn in einen Karton
Und brachte ihn dahin, wo er nun wartete auf einen lieben Menschen.
Wo war das nur?
Miro war ein Auslandshund.

Dann eines Tages kamen Menschen
aus Deutschland und auch anderen Ländern.
Sie wollten Hunde retten und auch den kleinen Miro.
Doch Miro war nicht mehr da.
Er war verhungert und verdurstet,
oder hatte man ihn getötet?
Miro war nur ein Auslandshund.

Miros Mutter, zu dünn, zu krank, zu alt, sie war verendet.
Der Mann hatte sich eine neue Hündin geholt.
Auch sie war reinrassig, noch jung und noch gesund.
Sie würde viele Welpen produzieren.
Er sperrte sie in den Zwinger, oder war es ein Keller?
Auch sie war nur ein Auslandshund.

Am Mellensee, Dezember 2007

Ich habe viele Miros in vielen Ländern gesehen, die niemand haben wollte. Eines Tages waren sie verschwunden und es kamen neue Miros. Doch auch die verschwanden wieder und es kamen neue und so geht es immer weiter!

Es darf nicht die Aufgabe einiger Tierschützer sein, sich um das Tierelend in anderen Ländern zu kümmern. Es ist die kollektive Verantwortung aller Nationen, die der Europäischen Union angehören und deren Politikern, sich dieses Themas anzunehmen und eine Lösung zu finden.

Nicht Euthanasie ist die Antwort, sondern Prävention der Produktion abertausender Tiere mit dem Ziel sich durch diese zu einer Ware degradierten Lebewesen zu bereichern.

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