Berliner Morgenpost, Stadtleben, 24. April 2004

Beate Busse Bequet sucht für Labortiere ein neues Zuhause

von Nicole Dolif

Robin ist ein stattlicher Foxhound-Rüde. Sein schwarz-braun-weißes Fell liegt glänzend über seinem muskulösen Körper, die Augen blicken aufmerksam umher. "Noch vor eineinhalb Jahren war mein Robin ein ängstliches Häufchen Elend", sagt Beate Busse Bequet. Der siebenjährige Rüde hat die ersten fünf Jahre seines Lebens im Versuchslabor einer Uniklinik in Hessen verbracht.

Beate Busse Bequet erinnert sich noch gut an den ersten Spaziergang mit Robin. "Er konnte nicht an der Leine gehen, wollte nicht durch das weiche Gras laufen und fürchtete sich vor dem Wind und den Blättern", sagt die Berlinerin, die mittlerweile in Brandenburg lebt. Als sie ihn umarmen wollte, damit er keine Angst mehr hat, fing Robin erst recht an zu zittern. "Er dachte, dass jetzt etwas ganz Schlimmes passiert, weil er so festgehalten wurde", sagt sie. "Er kannte eben nur das gekachelte Labor."

Beate Busse Bequet hat Robin mit viel Geduld alles beigebracht, was er in seiner neuen Welt können muss. "Jede Minute, die ich investiert habe, hat sich so gelohnt", sagt die 61-Jährige. "Gerade die Labortiere sind so unendlich dankbar für ein schönes Leben." Die Tierfreundin weiß, wovon sie redet. Schließlich betreut sie bereits ihren fünften Laborhund und engagiert sich seit Jahren für die "Interessengemeinschaft Tiere in Not". Siehat es sich zur Aufgabe gemacht, für Versuchstiere ein neues Zuhause zu suchen. In den vergangenen zwölf Jahren konnte die Initiative 1384 Hunde, 28 Katzen und acht Ratten in liebevolle Hände vermitteln. "Verglichen mit den vielen Tieren, die immer noch Versuche ertragen müssen, ist das natürlich nicht sehr viel", sagt Beate Busse Bequet, "aber wir sind froh über jedes Tier, das die Labore uns überlassen. Es sind sowieso nur ein paar. Denn nur die wenigen, die die Versuche einigermaßen unbeschadet überstehen, haben überhaupt eine Chance rauszukommen. Die anderen werden gleich eingeschläfert."

Natürlich wäre es ihr gerade am heutigen Tag des Versuchtiers am liebsten, wenn kein Vierbeiner mehr leiden müsste. "Aber es ist nicht meine Aufgabe, die Zustände zu kritisieren. Ich will den Tieren helfen, dafür sorgen, dass sie wenigstens noch einen schönen Lebensabend haben können." Sie streichelt ihrem Robin über den Kopf. "Er genießt jeden Tag seines neuen Lebens so sehr", sagt Beate Busse Bequet, "allein das zu sehen, macht meinen Mann und mich so glücklich. Ich würde immer wieder einen Laborhund bei mir aufnehmen."

dol

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